The Souls im Bierhübeli Bern

Auf die Minute pünktlich treten die fünf Musiker von The Souls auf die Bühne, nachdem Baba Shrimps uns mit einem emotionalen und mitreissenden unplugged Set schonmal in Stimmung gebracht hat. Man merkt ihnen an, dass sie es kaum erwarten können, ihr neues Album auch endlich dem Schweizer Publikum vorzustellen.

Es ist nicht die erste Plattentaufe von The Souls, die ich miterleben darf. Es ist auch nicht ihre erste im Bierhübeli. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren hatten sie ihr damaliges Album Too Good to Go auf der gleichen Bühne getauft. Aber es ist die erste Schweizer Show der Band dieses Jahr, die vor knapp drei Wochen einen regelrechten Konzertmarathon im Vereinigten Königreich und in Irland absolviert hat – 23 Shows in weniger als einem Monat! Doch es liegt in der Natur von Album-Release-Shows, dass sie viele erste Male beinhalten. Auch wenn The Souls heute mit zwei Klassikern in den Abend starten, folgt nach Run Baby Run und Who You Really Are mit Burning Wonderland das erste Stück der neuen LP.

Ein paar Lieder später folgt die nächste Premiere: Bobby on the Beat ist der erste Song von The Souls mit einem Rap-Teil. In der Studioversion wird dieser Teil von einem namentlich nicht genannten Rapper aus London gesungen, der zufälligerweise im Studio nebenan seine Songs aufnahm. Heute muss The-Souls-Sänger Jay Messerli den Rap-Teil selbst bestreiten und beweist seine Gesangskünste auch ausserhalb seiner Komfortzone. Mir gefällt’s, dem Publikum offensichtlich auch, denn nach der Rap-Einlage folgt tosender Applaus. Gesangliche Unterstützung erhält die Band dafür beim übernächsten Lied Doubts, welches nicht auf ihrer CD, sondern auf jener der Rooftop Sailors erschienen ist. Naheliegend also, dass deren Frontmann Alexander Bratschi seinen Song mitsingen darf.

Mein persönliches Premiere-Highlight ist allerdings kein neues Lied, sondern eines, das schon 10 Jahre alt ist, welches ich aber tatsächlich noch nie live gehört hatte – dabei heisst es sogar wortwörtlich Live! Ich schwebe also im siebten Himmel, sobald ich merke, dass Luk Kipfer (Gitarre), Raly Scheuing (Keyboard), Rease Nydegger (Bass) und Dominik Grossenbacher (Schlagzeug) Heroes von David Bowie nur kurz anspielen, um dann nahtlos in mein absolutes Souls-Lieblingslied überzugehen. Die Endorphine tragen mich durch den Rest des Konzertabends. Offensichtlich halten sie nicht nur bei mir an, sondern auch bei den Menschen rund um mich herum, die noch lange nach dem letzten Lied Bangladesh dessen Refrain mitsingen, während die Herren von The Souls längst wieder im Backstage verschwunden sind.

Konzertbericht teilen via:
Facebook
WhatsApp
E-Mail