Halunke in der Mühle Hunziken in Rubigen

Da ist es dem Jungen doch glatt entfallen, wie der Name der Band lautet, die er hier ankünden wollte. Und schon ergeben sich die ersten herzhaften Lacher, von denen noch viele folgen sollten.

Die Zuschauer, die sich über die 3 Stöcke der Mühle Hunziken verteilt haben, wissen natürlich ganz genau, für wen sie sich hier eingefunden haben – für die Berner Mundartband Halunke. Das Quartett tauft an diesem Samstagabend ihr drittes Album „Grammophon“ und hat für die aktuelle Tour ihre Mannschaft um drei weitere Musiker – Bläser und Tastenmann – vergrössert.

Es ist das erste Mal, dass Halunke in der Mühle Hunziken spielen dürfen – ein Traum für wohl jeden Musiker in der einzigartigen Kulisse des Berner Clubs aufzutreten. Mit kleinen Geschichten und Anekdoten führt Singer/Songwriter Häni an dem Abend durch zwei Sets. Im Gegensatz zur Bühnenplanung – nur Schlagzeuger und Mischer stünden an den vorgesehenen Plätzen – funktioniert ihr Mix aus dem altbekannten Halunke-Sound mit den Einflüssen aus der Vinyl-Ära wunderbar. Wie ein roter Faden zieht sich der Halunke-Stil durchs ganze Konzert, von allen Seiten kommen die diversen Musikrichtungen hinzu. Und es passt einfach. Jazzig, funky, groovy und auf jeden Fall witzig und verspielt – so erzählt Christian Häni in seinen Liedern aus allen drei Alben vom Leben und dem Alltag. Alte Bekannte wie „Gar Key Zyt“, „Me Meer“ oder „Houston We Are Ok“ sowie etwa die neuen „Nid ohni di“, „Jackpot“ oder „Musig“ sind im Programm zu finden.

Halunke beweisen, dass sie durch und durch eine Live-Band sind. Band und Publikum haben Spass, manche Zuschauer kommen schliesslich aus dem Schwärmen kaum mehr heraus. Bis ganz oben singen alle mit. „Wenn ig das richtig gmacht ha“ auch mal zweistimmig. Sie wippen die Köpfe und Füsse, tanzen und shaken ausgelassen. Und die kurze Pause nach ungefähr der Hälfte des Konzertes tut dem keinen Abbruch. Erst wagt sich Anja, Häni’s Frau und Managerin der Halunke, auf die Bühne, um im Duett mit „Guatamala“ das zweite Set zu starten. Und auch der prominente Zuschauer Patent Ochsner-Frontmann Büne Huber zögert darauf keine Sekunde, um auf die Bühne zu springen und die Halunke bei seinem eigenen Titel „Ludmilla“ zu unterstützen. Die Begeisterung ist natürlich gross. Mit dem Song „Bye Bye“ ist das Konzert dann zum Glück auch noch lange nicht zu Ende. Die „Affenbande“ kommt in den eh schon überhitzten Räumlichkeiten nochmals richtig ins Schwitzen. Den „Kasseschlager“ gibts darauf mal in der Mani Matter-Version, mal wird er in Johnny Cash-Manier angespielt. Auch mit den Salsa-Rhythmen kommt er super rüber. Bei „100 Millionewatt“ zeigt die Band gegen Ende nochmals, dass es keine ganze Partystadt braucht, um ein richtig tolles Fest zu feiern.

Überhitzt aber glücklich lass ich in meinem Kopf nochmals den Abend Revue passieren. Und während der letzte Ton von „Nimm numme“ und dem tosenden Schlussapplaus in meinem Ohr verklingt, frag ich mich gleich – für wann ist der nächste Halunke-Gig nochmals angesetzt?