Florian Ast am Badi Openair Emmen

Es geschah vor vielen Jahren. Auf der Bühne des Openairs Hochybrig glitzerte der Eiffelturm. Vor der Bühne tauchte ich die Gabel ins Fondue. Zu Füssen des Eiffelturms sang Florian Ast von den langen Beinen seines Engels und seiner Liebe zu, mit und in Paris.
Dem analogen Foto entnehme ich, dass das Konzert damals im Juni 2002 stattfand. Heute, 24 Jahre später, fehlt zwar der Eiffelturm, Florian Ast bleibt jedoch sich selbst und nimmt in seinen Texten auch heute noch keine Rücksicht auf Radio-Airplay.

Mit der aktuellen Single Blödi Chue teilt er mit, dass die vergangene Beziehung definitiv fertig ist, und mit dem Lied 20gi xi spannt er den Bogen von eben damals zu heute. Statt dem Eiffelturm auf der Bühne glitzert heute die Discochugle, mindest rhythmisch und textlich.
Mich freut’s zu erleben, dass der Florian Ast von damals zurück auf der Bühne ist. Der Florian Ast, welcher zu seinem Publikum in der Du-Form spricht und für alle Einrufe ready ist. Der eine Mensch, welcher ihm erklären wollte, wie Emmen ausgesprochen wird, hat wohl nicht damit gerechnet, dass daraus ein „Ämme-Bronx Rhythmus“ mit dem Daneli entsteht.
Mit der einbrechenden Dunkelheit verändert sich die Stimmung, wohl auch, weil die Bühnenlichter nun viel besser zur Geltung kommen und bei der einen oder anderen Person die Bewegungs-Hemmungen fallen. Der eine Mann, welcher eigentlich das Gelände verlassen wollte, wird von seiner Begleitung am Ellbogen zurückgehalten und kommt so in den Genuss zu jodeln.
Ich für mich merke einmal mehr, wie gut es mir tut, lauthals mitzusingen, zu tanzen, zu klatschen und dabei den Alltag zu vergessen.
Da die Bühnenmusik nur bis 22:00 Uhr erlaubt ist, verzichtet Florian Ast auf das Zugabespiel – aber natürlich nicht auf den verdienten Applaus. Der damalige Grössenwahn, als er Bundesrat werden wollte, ist immer noch da.
Ich für mich freue mich darüber, dass Eifachs Meitschi es knapp auf die Setliste geschafft hat, und tauche erneut ab in die Erinnerungen der 2000er-Jahre.

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