Carrousel am Heitere Open Air

Bitte anschnallen – Abflug noch vor Mittag auf der Lindenbühne. Der Pilot und die Stewardess sagen Bienvenue!

Sie hüpft fröhlich auf der Bühne rum, er packt seine auffällig gemusterte Gitarre am Hals und zupft an deren Saiten. Das Knopfakkordeon kommt auch bald zum Einsatz, sodass mit dem typischen Carrousel-Sound bald alle Hüften bewegt werden. Der schwülwarme Sommertag lockt tausende Menschen auf diesen heiteren Berg.

Und sie sind schon richtig wach und klatschen sogar solo. Der französischen Sprache sind sie offenbar auch mächtig, zumindest die Zahlen bis seize liegen gut drin. Pfeifen können sie auch très bien. Die Aktivitäten sind höchst abwechslungsreich. So lebendig ist das Programm gestaltet, dass wer noch nicht so ganz wach ist, wohl damit überfordert sein mag.

Noch einen Schritt näher zur Bühne, erst dann kommt Wohnzimmerstimmung auf. Das Mini-Klavier erzeugt Jahrmarktstimmung, zusammen mit dem Akkordeon und der Ukulele fahren wir ein paar Runden auf dem Karussell. Die Mädchen sitzen auf den Ponys, die Jungs winken aus dem Feuerwehrauto. Dort drüber steigen Seifenblasen in die Luft und tanzen im Takt der Musik. Ein paar Sonnenstrahlen kitzeln die Nasen der Gutgelaunten. Es wird gelacht.

Diese Musik verführt und die Gedanken sind irgendwo weit weg. In der Kindheit. An der Chilbi. Am Meer. Oder auf einer einsamen Insel. Carrousel reisst aus dem Alltag. Die Band aus dem jurassischen Delémont hat uns einen herrlicher Sonntagvormittag zum 25. Heitere Open Air geschenkt.